Resozialisierung und Waldbrandbekämpfung – Bundesweit einzigartiges Projekt geht in die zweite Runde


Landgericht Lüneburg - Pressemitteilung 13/2026 - Frau Edinger


Hameln und Lüneburg. Nach der erfolgreichen Durchführung im vergangenen Jahr wird das bundesweit einmalige Resozialisierungsprojekt zur Verbindung von Jugendstrafvollzug und Vegetationsbrandbekämpfung in der Jugendanstalt Hameln neu aufgelegt und inhaltlich weiterentwickelt. Die Initiative verbindet Jugendstrafvollzug mit praxisnaher Ausbildung in der Vegetationsbrandbekämpfung und setzt damit neue Maßstäbe in der Resozialisierungsarbeit.

Im vergangenen Jahr konnten junge Inhaftierte im Rahmen einer modularen Ausbildung grundlegende Kenntnisse im Retten und Löschen erwerben und diese erfolgreich unter Beweis stellen. Aufbauend auf die zweiwöchige Grundausbildung („Qualifizierungsstufe Einsatzfähigkeit“) folgte eine vertiefende Spezialausbildung unter Anleitung eines internationalen Ausbilderteams. Neben theoretischen Inhalten wie Taktik und Gerätekunde standen dabei insbesondere realitätsnahe Einsatzübungen, sportliche Einheiten sowie Teamtraining im Fokus.

Auch in der Neuauflage 2026 bleibt dieser bewährte Aufbau bestehen: Nach der Grundausbildung schließt sich erneut eine intensive Spezialisierungsphase in der Vegetationsbrandbekämpfung an. Unter der fachlichen Leitung von Dr. Michael Herrmann, Vorsitzender Richter am Landgericht Lüneburg, vermitteln erfahrene Einsatzkräfte – darunter auch internationale Spezialisten – praxisrelevante Fähigkeiten wie das Anlegen von Feuerkontrolllinien, Nachlöscharbeiten und Einsatzstrategien in anspruchsvollem Gelände.

Das Projekt richtet sich erneut an junge Inhaftierte, die sich im Rahmen einer praxisnahen Ausbildung wichtige Kompetenzen für ihre persönliche und berufliche Zukunft aneignen können. Im Zentrum steht neben der fachlichen Qualifikation insbesondere die Förderung persönlicher Kompetenzen. Disziplin, Verantwortungsbewusstsein, Teamfähigkeit und Resilienz werden gezielt gestärkt. Durch das Erleben von Selbstwirksamkeit sollen die Teilnehmer erkennen, dass sie auch in schwierigen Situationen handlungsfähig bleiben und ihr Leben nachhaltig positiv gestalten können.

„Die Entwicklungen der Teilnehmer im vergangenen Jahr haben eindrucksvoll gezeigt, welches Potenzial in diesem Ansatz steckt“, erklärt Dr. Michael Herrmann. „Die Kombination aus anspruchsvoller Ausbildung, klaren Strukturen und persönlicher Verantwortung eröffnet neue Perspektiven – weit über die Haftzeit hinaus.“

Langfristig verfolgt das Projekt das Ziel, den Teilnehmern Wege in gesellschaftliches Engagement zu eröffnen – etwa durch eine spätere ehrenamtliche Tätigkeit im Bevölkerungsschutz.

Die neue Projektphase dauert vom 18. bis zum 23. Mai 2026. Eine begleitende Abschlussveranstaltung mit Präsentation der erlernten Fähigkeiten ist ebenfalls vorgesehen.

Kontakt:
Landgericht Lüneburg – Pressestelle
Christina.Edinger@justiz.niedersachsen.de

Jugendanstalt Hameln – Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit

David.Lamers@justiz.niedersachsen.de

Drehgenehmigungen sind vorab bei dem Niedersächsischen Justizministerium einzuholen. Insassen sind ausnahmslos zu verpixeln!

Artikel-Informationen

erstellt am:
12.05.2026

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